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Behindertenhilfe

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Leistungen für Menschen mit Behinderungen

 

Der Kommunale Sozialverband Sachsen erbringt unter anderem Leistungen für Menschen mit Behinderungen sowohl zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft als auch am Arbeitsleben.

Der Begriff Behinderung wird als Umschreibung gebraucht für eine dauerhafte und gravierende Beeinträchtigung der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Teilhabe bzw. Teilnahme einer Person, verursacht durch das Zusammenspiel ungünstiger Umwelt-, sozialer oder anderer Faktoren (Barrieren) und solcher Eigenschaften der behinderten Person, welche die Überwindung der Barrieren erschweren oder unmöglich machen.

Menschen sind behindert, wenn ihre körperliche Funktion, geistige Fähigkeit oder seelische Gesundheit mit hoher Wahrscheinlichkeit länger als sechs Monate von dem für das Lebensalter typischen Zustand abweichen und daher ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigt ist (§ 2 SGB IX).

Auf Antrag wird festgestellt, ob eine Behinderung im Sinne des Schwerbehindertenrechts vorliegt und welchen Grad diese Behinderung hat. Dazu können ab einem Grad der Behinderung von 50 vom Hundert Schwerbehindertenausweise ausgestellt werden.
Je nach Grad der Behinderung und Merkzeichen können Menschen mit Behinderungen damit Rechte und Nachteilsausgleiche geltend machen. Erhebt eine Bürgerin oder ein Bürger gegen eine Entscheidung der Landkreise und kreisfreien Städte nach § 69 SGB IX oder dem Landesblindengeld Widerspruch, prüft der betroffene Landkreis bzw. die kreisfreie Stadt zunächst, ob dem Widerspruch abzuhelfen ist. Ist eine Abhilfe, d. h. eine Korrektur der Entscheidung zugunsten des Widerspruchsführers nicht möglich, wird der Widerspruch von dort an den Kommunalen Sozialverband Sachsen abgegeben. Der Kommunale Sozialverband Sachsen prüft den Widerspruch nochmals und erlässt - soweit ihm auch hier nicht abgeholfen werden kann - einen Widerspruchsbescheid.

Teilhabe von Menschen mit Behinderungen am Leben in der Gemeinschaft bedeutet nach einer Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO) aus dem Jahr 2001 das „Einbezogen sein in eine Lebenssituation“.

Die vielfältigen Leistungen der Eingliederungshilfe werden erbracht, um die Behinderung oder deren Folgen zu beseitigen oder zu mildern und Menschen mit Behinderungen so die Chance zur selbstbestimmten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu eröffnen.

Die Eingliederungshilfe für behinderte Menschen ist eine Leistung der Sozialhilfe.
Sie ist im Sozialgesetzbuch, Zwölftes Buch (SGB XII) geregelt. Ergänzende Regelungen des Bundes stehen in der Eingliederungshilfe-Verordnung. Die bundesrechtlichen Regelungen werden durch landesrechtliche Regelungen ergänzt. Die Eingliederungshilfe ist eine nachrangige Leistung. Sie enthält insbesondere die Leistungen zur Rehabilitation und Teilhabe behinderter Menschen nach dem SGB IX. Die Eingliederungshilfe gliedert sich in folgende Leistungsgruppen: Leistungen zur medizinischen Rehabilitation, Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sowie Leistungen zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft.

Die Hilfe zur Pflege ist eine bedarfsorientierte Sozialleistung in Deutschland zur Unterstützung pflegebedürftiger Personen, die den notwendigen Pflegeaufwand nicht aus eigenen Mitteln sicherstellen können.

Schwerbehinderte wie auch gleichgestellte behinderte Beschäftigte, die auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt tätig sind, haben einen besonderen Kündigungsschutz. Das heißt, der Arbeitgeber benötigt zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses die vorherige Zustimmung des Integrationsamtes.

Des Weiteren gewährt das Integrationsamt im Rahmen der begleitenden Hilfe Zuschüsse oder Darlehen zur Schaffung und Erhaltung von Arbeits- und Ausbildungsplätzen an Arbeitgeber und schwerbehinderte/gleichgestellte Menschen zur Teilhabe am Arbeitsleben.

Das Betriebliche Eingliederungsmanagement (BEM) ist eine Aufgabe des Arbeitgebers mit dem Ziel, Arbeitsunfähigkeit der Beschäftigten eines Betriebes oder einer Dienststelle möglichst zu überwinden, erneuter Arbeitsunfähigkeit vorzubeugen und den Arbeitsplatz des betroffenen Beschäftigten im Einzelfall zu erhalten. Im weiteren Sinne geht es um ein betriebliches Gesundheitsmanagement zum Schutz der Gesundheit der Belegschaft. Die Rechtsgrundlage ist § 84 Abs. 2 Neuntes Buch Sozialgesetzbuch (SGB IX).

Erstattung von Fahrgeldausfällen

Schwerbehinderte Menschen, die infolge ihrer Behinderung in der Bewegungsfähigkeit im Straßenverkehr erheblich beeinträchtigt, hilflos oder gehörlos sind, werden von Unternehmen, die öffentlichen Personennahverkehr betreiben, unter bestimmten Voraussetzungen, unentgeltlich befördert.

Die den Unternehmen des öffentlichen Personennahverkehrs und des Schienenpersonennahverkehr dadurch entstandenen Fahrgeldausfälle werden auf Antrag, nach einem Prozentsatz, der von den Verkehrsunternehmen nachgewiesenen Fahrgeldeinnahmen, erstattet.