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Anlaufstellen

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Fragen und Antworten

 
An wen richtet sich der Fonds?
 
Der Fonds richtet sich an Menschen, die zwischen 1949 und 1990 in Heimen der Jugendhilfe der DDR (ausgenommen sind Wochenkrippen, Behindertenheime) untergebracht waren und dort Leid und Unrecht erfahren haben und noch heute von den Erfahrungen und den Folgen belastet sind.

Was sind die wesentlichen Aufgaben der Beratungsstelle in Leipzig?
 
Persönliche Beratungsgespräche zur Aufarbeitung der Biografie in der Heimerziehung, Vermittlungsgespräche zu anderen Hilfesystemen, rechtliche Beratung zu den SED-Unrechtsbereinigungsgesetzen, Hilfe bei der Aktensuche und der Akteneinsichtnahme, Unterstützung bei der Selbstorganisation und den Selbsthilfeaktivitäten der Betroffenen.

Wie erfolgt die Anmeldung in der Beratungsstelle in Leipzig?
 
Neuanmeldungen waren schriftlich bis zum 30. September 2014 (Ausschlussfrist) an unsere Anlauf- und Beratungsstelle zu richten. Daher ist eine Neuanmeldung nicht mehr möglich.
Registrierte Betroffene können sich weiterhin per Telefon, per E-Mail, per Brief oder persönlich während unserer Öffnungszeiten in der Beratungsstelle in Leipzig melden.
 
Wozu gibt es das Beratungsgespräch?
 
In dem Beratungsgespräch kann jeder Betroffene über eigene Erfahrungen und Erlebnisse während und nach der Heimerziehung sprechen. Im Gespräch ist Zeit zum Aussprechen, zum Zuhören, zur Beratung und Besprechung möglicher Hilfen. Auf dieser Grundlage können gemeinsam mit den BeraterInnen persönliche Hilfemöglichkeiten entwickelt werden.
 
Wie ist der allgemeine Ablauf eines Beratungsgesprächs?
 
Jedes Gespräch findet mit einer Beraterin oder einem Berater in einem geschützten Raum statt. Jeder Betroffene kann sich von einer Vertrauensperson seiner Wahl begleiten lassen. Der Gesprächsinhalt wird vertraulich behandelt.

Wie kommt es zu den langen Wartezeiten bis zum ersten Beratungsgespräch?
 
Viele Betroffene sprechen zum ersten Mal über die Zeit im Heim und ihre belastenden Erfahrungen. Das braucht Zeit. Das Interesse der Betroffenen zum Fonds ist groß. Insgesamt haben sich über 5000 Betroffene bei uns gemeldet und um ein Beratungsgespräch gebeten.

Welche Unterlagen sollten zum Termin vorliegen?
 
Wer Unterlagen über die Heimaufenthalte hat, kann diese zum Beratungsgespräch mitbringen (z. B.: Sozialversicherungsausweise, Arbeitsbücher, Schul- und Ausbildungszeugnisse, Fotos).
Wer über das 14. Lebensjahr hinaus in der Heimerziehung war, sollte den Versicherungs-verlauf des Rententrägers mitbringen. Dieser sollte nach dem 01.07.2012 ausgestellt worden sein.

Gibt es vorgefertigte Anträge auf Hilfen des Fonds?
 
Nein, die gibt es nicht. Sind Belastungen aus der Heimerziehung heute noch vorhanden, können schriftliche Vereinbarungen mit der Beraterin oder dem Berater über mögliche Hilfen des Fonds geschlossen werden. Ziel ist die Folgen aus der Heimerziehung zu mildern, nachhaltig den Lebensalltag zu verändern und den individuellen Bedürfnissen anzupassen. Werden die Vereinbarungen von der Geschäftsstelle des Fonds bestätigt, können die vereinbarten Hilfen erfolgen.

Gibt es einen Rechtsanspruch auf die Hilfen aus dem Fonds?
 
Nein, die Fondshilfen sind freiwillige Unterstützungsangebote des Bundes und der ostdeutschen Bundesländer. Einen Rechtsanspruch auf Hilfen gibt es nicht.

Kann die Beratungsstelle bei der Aktensuche helfen?
 
Ja. Es bestehen Datenbanken, in denen zum Großteil die einzelnen Archive gespeichert sind, in denen heute noch ein Teilbestand damaliger Unterlagen vorhanden ist. Ansprechpartner ist die Behörde, in der die damalige Jugendhilfe ansässig war.