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Behindertenhilfe

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Andere Leistungsanbieter

 

Menschen mit Behinderung, die die Voraussetzungen zur Aufnahme in den Arbeitsbereich einer Werkstatt für behinderte Menschen erfüllen, können auch bei einem sogenannten anderen Leistungsanbieter nach § 60 Sozialgesetzbuch Neuntes Buch (SGB IX) beschäftigt werden.

Sie erhalten dort eine berufliche Ausbildung und eine Beschäftigung entsprechend ihrer Möglichkeiten und Fähigkeiten.

Dabei werden die behinderten Menschen persönlich und beruflich qualifiziert und möglichst auch auf ein Arbeitsleben ohne Unterstützung des Anderen Leistungsanbieters vorbereitet.

Beschäftigte bei einem anderen Leistungsanbieter haben ein arbeitnehmerähnliches Rechtsverhältnis. Das heißt, die Regelungen auf Urlaubsanspruch, Mutterschutz und Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall werden angewendet.
Die Beschäftigten sind kranken-, pflege-, unfall- und rentenversichert. Für die Tätigkeit wird ein Arbeitslohn gezahlt.

Wer trägt die Kosten?

Die Kosten für die berufliche Bildung im Rahmen des Eingangsverfahrens/Berufsbildungsbereich in einer Werkstatt für behinderte Menschen oder bei einem anderen Leistungsanbieter übernimmt bei jungen behinderten Menschen, die direkt von einer Förderschule kommen, in der Regel die Agentur für Arbeit. Im Rahmen der Ausbildung zahlt die Agentur für Arbeit dem behinderten Menschen ein Ausbildungsgeld.

Für behinderte Menschen, die bereits einige Jahre auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt gearbeitet haben und diese Arbeit wegen ihrer Behinderung aufgeben müssen, übernimmt in der Regel die gesetzliche Rentenversicherung die Kosten für die Ausbildungszeit und zahlt ein Übergangsgeld.

Wenn der Berufsbildungsbereich erfolgreich abgeschlossen wurde, kann der behinderte Mensch in den Arbeitsbereich des anderen Leistungsanbieters wechseln. Er erhält für seine Tätigkeit einen Arbeitslohn.

Andere Leistungsanbieter werden sich auf ein gewisses Angebot an Arbeitsplätzen spezialisieren. Die Menschen mit Behinderung erledigen Produktionsaufträge und erbringen Dienstleistungen für verschiedenste Kunden. Sie sind aber nicht verpflichtet, in einer festgelegten Zeit eine bestimmte Arbeitsleistung zu erbringen.

Die Kosten für die Betreuung im Arbeitsbereich bei einem anderen Leistungsanbieter übernimmt der Kommunale Sozialverband Sachsen. Der Kommunale Sozialverband Sachsen zahlt den behinderten Menschen ein Arbeitsförderungeld, das zusammen mit dem Arbeitslohn ausgezahlt wird.

Wie lange kann der Mensch mit Behinderung in einer Werkstatt tätig sein?

Im Arbeitsbereich können Menschen mit Behinderung bis zum Erreichen der sozialversicherungsrechtlichen Regelaltersgrenze beschäftigt werden. Für Personen, die nach dem 31.12.1946 geboren sind, wird die Altersgrenze schrittweise bis zum 67. Lebensjahr angehoben. Sie sind dann also bei Ausscheiden aus der Werkstatt zwischen 65 bis 67 Jahre alt.